{"id":643,"date":"2010-05-02T21:51:18","date_gmt":"2010-05-02T21:51:18","guid":{"rendered":"http:\/\/stuzzicadenti.at\/?p=643"},"modified":"2010-05-02T21:51:18","modified_gmt":"2010-05-02T21:51:18","slug":"spinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/2010\/05\/02\/spinnen\/","title":{"rendered":"Spinnen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright  wp-image-646\" src=\"http:\/\/kadicorps.philo.at\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/spinne_insekten_spinnennetz-300x200.jpg\" alt=\"spinne_insekten_spinnennetz\" width=\"216\" height=\"144\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ob die Tiere tr\u00e4umen, wisse er nicht, schreibt Freud in der Traumdeutung.Umgekehrt haben wir Gewissheit: Menschen tr\u00e4umen von Tieren. Das l\u00e4sst sich nachweisen. Sie erz\u00e4hlen schlie\u00dflich davon. Der Berliner Psychoanalytiker und Mitstreiter Freuds, Karl Abraham, berichtet von mehreren Spinnentr\u00e4umen eines seiner Analysanten:<!--more--><br \/>\nEinmal h\u00e4ngt eine Spinne an der Decke und wird vom Zimmerm\u00e4dchen mit dem Besen zerdr\u00fcckt. Ein anderes Mal f\u00e4llt ein gro\u00dfes, haariges, langes Exemplar von einem Kasten herunter auf den Tr\u00e4umer, der neben seiner Frau oder seiner Mutter steht. Im dritten Traum wird der Tr\u00e4umer von seiner Frau gewarnt, dass die Spinne, die \u00fcber seinem Bett an einem Faden turnt, ihn ber\u00fchren oder auf ihm herum krabbeln k\u00f6nnte. Die Spinne taucht dauernd neben Frauen auf \u2013 neben dem Zimmerm\u00e4dchen, der Mutter, der Ehefrau. Er kann es nicht gleich begr\u00fcnden. Aber Abraham ist \u00fcberzeugt davon, dass die Spinne im Traum eine Frau verk\u00f6rpert.<br \/>\nFrauen irritieren. Auf animalische Weise. Wie Spinnen, wie Motten. Oder wie der Geier, den Freud in seiner Arbeit \u00fcber Leonardo da Vinci mit dessen Mutter in Verbindung bringt. Freud beschreibt den Geier als ern\u00e4hrend, liebevoll und lustspendend. Doch die Ambivalenz dem Raubvogel gegen\u00fcber ist auch in Freuds weiterer Beschreibung nicht zu \u00fcbersehen. Der Schnabel des Geiers fl\u00f6\u00dft alles andere als Vertrauen ein. In der Hieroglyphenschrift der \u00c4gypter war das Bild des Geiers das Zeichen f\u00fcr die Mutter. \u00c4gyptologisch wird das mit der Klangidentit\u00e4t der Worte f\u00fcr Mutter und f\u00fcr Geier erkl\u00e4rt. Ein zuf\u00e4lliger Gleichklang?<br \/>\nDie Sprache wei\u00df mit ihren Klanggebilden manches zu verraten, was wir uns mit Bildern wieder zu verdecken suchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob die Tiere tr\u00e4umen, wisse er nicht, schreibt Freud in der Traumdeutung.Umgekehrt haben wir Gewissheit: Menschen tr\u00e4umen von Tieren. Das l\u00e4sst sich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,13],"tags":[41,43,53,88,89,124,137],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/643"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=643"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/643\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=643"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=643"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=643"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}