{"id":615,"date":"2010-04-17T17:14:26","date_gmt":"2010-04-17T17:14:26","guid":{"rendered":"http:\/\/stuzzicadenti.at\/?p=615"},"modified":"2010-04-17T17:14:26","modified_gmt":"2010-04-17T17:14:26","slug":"fight-for-kisses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/2010\/04\/17\/fight-for-kisses\/","title":{"rendered":"Fight for Kisses"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Auf der Psychoanalyse lastet heredit\u00e4r eine Last, die Freud ihr aufgeladen hat: das Junktim von Forschen und Heilen. Zwar besteht genau durch diese Auflage die M\u00f6glichkeit, Psychoanalyse auf einfache Weise vor jeder disziplin\u00e4ren Einverleibung zu sch\u00fctzen. Gleichzeitig ist es aber dieses Junktim, was uns als TheoretikerInnen und PraktikerInnen immer wieder mit unseren eigenen Disziplinierungsw\u00fcnschen konfrontiert.<!--more--><br \/>\nVon Foucault haben wir sehen gelernt, wie sich die Medizin im 19. Jahrhundert in eine Disziplin verwandelt hat, im Rahmen derer Subjekte unter weitgehendem Verzicht auf Gestaltung eines \u00f6dipalen Rahmens gem\u00e4\u00df einer prim\u00e4r regelgeleiteten (heute w\u00fcrden wir sagen: evidence based) Forschung behandelt werden. Behandlungsmethoden m\u00fcssen sich in Studien als wirksam(er) durchgesetzt haben, damit sie &#8211; einem Algorithmus gleich &#8211; angewendet werden d\u00fcrfen.\u00a0 Forschung und Heilung geschieht gegenw\u00e4rtig in der Medizin selten am selben Ort.<br \/>\nDas Junktim von Forschen und Heilen in der Psychoanalyse macht deutlich, dass Psychoanalyse nicht in der m\u00f6glichst detailgenauen Anwendung von Forschungsergebnissen bestehen kann.\u00a0 Psychoanalyse als Heilkunst. Nur: Wie lassen sich psychoanalytische Forschungsergebnisse integrieren, ohne das imaginative Potential einer einzelnen Analyse durch den theoretischen Rahmen so einzuengen, dass mehr als das &#8211; jeweils schulenspezifisch\u00a0 &#8211; Gesuchte entdeckt werden kann? Discipulus hei\u00dft bekanntlich Sch\u00fcler.<br \/>\nKonkret stellt sich dieses Problem hinsichtlich des \u00f6dipalen Bezugsrahmens psychoanalytischer Forschung, der emblematisch im obigen Werbefilm f\u00fcr Rasierklingen aufgegriffen ist. Es geht allerdings ganz offensichtlich um einen <em>fight for kisses<\/em>, der jener Erregung nahe zu stehen scheint, die Laplanche sexual, d.h.\u00a0 infantil pervers, nennt. Mit Laplanche ist zu fragen, ob es neben der, den \u00d6dipuskomplex mitstrukturierenden Alternative von phallisch\/kastriert nicht\u00a0 eine Vielzahl von geschmeidigeren, vielf\u00e4ltigeren und ambivalenteren L\u00f6sungen gibt.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"1170\" height=\"658\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Kk2xPIsdF4c?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf der Psychoanalyse lastet heredit\u00e4r eine Last, die Freud ihr aufgeladen hat: das Junktim von Forschen und Heilen. Zwar besteht genau durch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,7,13],"tags":[95],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/615"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=615"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/615\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=615"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=615"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=615"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}