{"id":546,"date":"2010-02-16T14:07:03","date_gmt":"2010-02-16T14:07:03","guid":{"rendered":"http:\/\/stuzzicadenti.at\/?p=546"},"modified":"2010-02-16T14:07:03","modified_gmt":"2010-02-16T14:07:03","slug":"buchstablichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/2010\/02\/16\/buchstablichkeit\/","title":{"rendered":"Buchst\u00e4blichkeit"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Alfredo Eidelsztein macht in seinem Buch <em>The Graph of Desire. Using the Work of Jacques Lacans<\/em> (Karnac 2009) aufmerksam, dass der Graph des Begehrens als eine Einf\u00fchrung des Buchstaben, der Buchst\u00e4blichkeit in die Psychoanalyse gelesen werden kann.\u00a0 <!--more--><br \/>\nPsychoanalyse wird insbesondere von Freud stets als ein Austausch von Worten betrachtet. Aber mit Worten l\u00e4sst sich mehreres machen. Sie lassen sich vertauschen, vergessen, verschweigen &#8211; um ein Repertoire an Fehlleistungen zu bem\u00fchen. Sie lassen sich aufmalen, unterdr\u00fccken, hervorrufen. Insbesondere geh\u00f6ren Worte zum H\u00f6ren.\u00a0 Psychoanalytiker h\u00f6ren zu, so die popul\u00e4re Annahme. Aber H\u00f6ren\u00a0ist nicht Lesen. Lacan scheint klar zu unterscheiden: Sprachliches taucht einerseits als Signifikant und andererseits als Buchstabe auf in seiner Lehre. Wenn er vom Buchstaben (la lettre) spricht, geht es um Lesen und Schreiben. Ein Signifkant wird geh\u00f6rt, ein Buchstabe gelesen. Linguistik und der Signifikant auf der einen Seite stehen, so Eidelsztein, der Psychoanalyse und dem Buchstaben auf der anderen Seite gegen\u00fcber.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-548\" src=\"http:\/\/kadicorps.philo.at\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/gdnknstrch.jpg\" alt=\"gdnknstrch\" width=\"255\" height=\"170\" \/><br \/>\nEidelsztein argumentiert die Hypothese, dass die Analytikerin liest und nicht h\u00f6rt, mit einem Votum f\u00fcr eine topologische Auffassung des Subjekts. Das Subjekt im Graph des Begehrens wird als durchgestrichenes S gekennzeichnet, als Buchstabe, nicht als Signifikant. Der Signifikant kommt in der unteren Etage des Graphen als solcher vor und sollte daher nicht mit dem Subjekt verwechselt werden.<br \/>\nEidelszteins L\u00f6sung hat trotz ihrer \u00dcberzeugungskraft den Nachteil, dass sie eine zumindest oberfl\u00e4chliche Lekt\u00fcre des Graphen voraussetzt. Daher hier ein Versuch, den Zweck der Unterscheidung jenseits ihrer Formalisierung nachzuvollziehen: Der Buchstabe steht bei Lacan f\u00fcr die Materialit\u00e4t des Diskurses, f\u00fcr das, was den Sinn tr\u00e4gt, ohne selbst sinnvoll zu sein. Der Buchstabe k\u00f6nnte das repr\u00e4sentieren, was in Morels Gesetz der Mutter grausam, archaisch, aber vor allem nicht aussprechbar ist (wobei Morel diese Verbindung selbst nicht herstellt). F\u00fcr den Buchstaben statt f\u00fcr den Signifikanten zu votieren, k\u00f6nnte aber auch hei\u00dfen, dass Lacan einmal mehr warnen m\u00f6chte vor einer Haltung, die alles f\u00fcr verstehbar h\u00e4lt. Als reale Formation widersetzt sich der Buchstabe selbst der Analyse, \u00e4hnlich wie die einzelnen Buchstaben in <em>G d nk nstr ch<\/em>.Das sinthom hat insofern \u00c4hnlichkeit mit dem Buchstaben, als es auch nicht analysierbar ist. F\u00fchrt es weiter, das sinthom als eine spezielle Form des Buchstaben anzusehen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alfredo Eidelsztein macht in seinem Buch The Graph of Desire. Using the Work of Jacques Lacans (Karnac 2009) aufmerksam, dass der Graph [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,13],"tags":[22,31,122,130],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/546"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=546"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/546\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=546"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=546"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=546"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}