{"id":4901,"date":"2017-04-20T20:42:46","date_gmt":"2017-04-20T20:42:46","guid":{"rendered":"http:\/\/kadicorps.philo.at\/?p=4901"},"modified":"2017-04-20T20:42:46","modified_gmt":"2017-04-20T20:42:46","slug":"fremd-im-eigenen-haus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/2017\/04\/20\/fremd-im-eigenen-haus\/","title":{"rendered":"Fremd im eigenen Haus"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Infolge der Entdeckung des Unbewussten muss das Ich anerkennen, dass es nicht Herr im eigenen Haus ist.\u00a0Im eigenen Gedankenhaus. Freud schreibt, wie folgenschwer diese Erkenntnis sein kann: \u201eEs tauchen pl\u00f6tzlich Gedanken auf, von denen man nicht wei\u00df, woher sie kommen, man kann auch nichts dazu tun, sie zu vertreiben. Diese fremden G\u00e4ste scheinen selbst m\u00e4chtiger zu sein als die dem Ich unterworfenen\u201c. <!--more-->Unangenehme Folgen stellen sich ein: \u201eDas Ich sagt sich, das ist eine Krankheit, eine fremde Invasion, es versch\u00e4rft seine Wachsamkeit, aber es kann nicht verstehen, warum es sich auf so seltsame Weise gel\u00e4hmt f\u00fchlt\u201c (Freud 1917, 9f.) Diese Beschreibung ist aus zwei Gr\u00fcnden auffallend. Zum einen verwendet Freud mit den G\u00e4sten und der Invasion Ausdr\u00fccke, die auch in aktuellen Diskussionen vorkommen: der Fremde als Gast, der Fremde als Teil einer Invasion. Und zum anderen klingt etwas an, was uns nicht nur angesichts des Fremden in uns, sondern auch gegen\u00fcber dem Fremden um uns herum \u00fcberf\u00e4llt, n\u00e4mlich Angst \u2013 Freud spricht von Wachsamkeit und einer L\u00e4hmung.<br \/>\nUnter dem Titel <a href=\"http:\/\/www.mandelbaum.at\/books\/789\/7729\"><em>Fremd im eigenen Haus<\/em><\/a> sind die Vortr\u00e4ge der Sigmund Freud Vorlesungen 2016 im Mandelbaum Verlag erschienen. Der Band handelt von einer Reihe von Fragen, die das eigene Haus betreffen. Die wahren Gr\u00fcnde f\u00fcr Flucht und Terror werden nicht aufgedeckt. Und auch die Frage, ob und wie Grenzen zu ziehen sind in uns und um uns, wird nicht abschlie\u00dfend beantwortet. Vielleicht wird klarer, dass das Reden vom Notstand vor allem dazu dient, die Not anderer fern zu halten, weil sie an die Angst vor der eigenen Not erinnern k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><em>Lit.<\/em>: Freud, Sigmund (1917): Eine Schwierigkeit der Psychoanalyse. GW XII, 3-12.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Infolge der Entdeckung des Unbewussten muss das Ich anerkennen, dass es nicht Herr im eigenen Haus ist.\u00a0Im eigenen Gedankenhaus. Freud schreibt, wie [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[17],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4901"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4901"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4901\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4901"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4901"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4901"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}