{"id":1427,"date":"2011-07-31T18:59:03","date_gmt":"2011-07-31T18:59:03","guid":{"rendered":"http:\/\/stuzzicadenti.at\/?p=1427"},"modified":"2011-07-31T18:59:03","modified_gmt":"2011-07-31T18:59:03","slug":"sinthom-einladung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/2011\/07\/31\/sinthom-einladung\/","title":{"rendered":"Sinthom"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1428\" title=\"Unbenannt\" src=\"http:\/\/kadicorps.philo.at\/wp-content\/uploads\/\/2011\/07\/Unbenannt.jpg\" alt=\"\" width=\"156\" height=\"141\" \/>Der Status des Namens des Vaters hat sich in Lacans Theorie von den fr\u00fchen Sechziger Jahren bis zu seinen letzten Seminaren ver\u00e4ndert. Marie-Hel\u00e8ne Brousse hat diese Ver\u00e4nderung als eine zweifache Verschiebung beschrieben:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst diente der Name des Vaters gem\u00e4\u00df Lacan dazu, das Begehren der Mutter zu ersetzen. In seinem <em>Seminar V, Die Bildungen des Unbewu\u00dften<\/em>, stellt Lacan dar, wie dies im Einzelnen gedacht werden kann: Das Begehren des Kindes nach der Mutter \u2013 nicht nach deren Begehren &#8211; wird gest\u00f6rt durch die Wahrnehmung des Kindes, dass sich das m\u00fctterliche Begehren auf etwas anderes richtet als es selbst. Der Vater fungiert dabei als Ich-Ideal f\u00fcr das Kind. Es m\u00f6chte so werden wie der Vater \u2013 von der Mutter so begehrt werden wie der Vater. Eine Abfolge von Symbolisierungsschritten, die mit der Trennung von der Mutter n\u00f6tig und m\u00f6glich werden, r\u00fccken den Namen des Vaters ins Zentrum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was die Mutter betrifft, kann nur durch diese Konfrontation mit dem Begehren des Vaters ein Begehren nach dem Begehren der Mutter entstehen. Die erste Verschiebung dieser Bedeutung des Vaternamens f\u00fchrt Brousse zufolge dazu, dass Lacan ab seinem <em>Seminar XXII, R.S.I,<\/em> den Vater als denjenigen denkt, der benennt. Er ist nicht mehr so sehr ein Name, sondern er gibt Namen. Er hat seine Funktion durch seine F\u00e4higkeit, Dinge zu benennen. Er macht L\u00f6cher in das Reale. Die zweite Verschiebung \u2013 von Lacan ebenfalls 1974 eingef\u00fchrt \u2013 l\u00e4sst den Namen des Vaters schlie\u00dflich au\u00dferhalb jeder Referenz geraten. Die Benennung als eine Einf\u00fchrung von Namen und von Sprache denkt Lacan dann getrennt vom Vater. Der Vater des Namens wird durch die Mutter ersetzt. (Vgl.: Marie-Hel\u00e8ne Brousse (2009): Ordinary Psychosis in the Light of Lacan&#8217;s Theory of Discourse, in: <em>Psychoanalytic Notebooks<\/em> 19, 7-19.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solche theoretischen Verschiebungen machen es f\u00fcr Lacan n\u00f6tig, neuerlich nach der Struktur der Psychose zu fragen. Er geht dieser Frage in seinem <em>Seminar XXIII, Le sinthome,<\/em> nach.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Empfohlene Lekt\u00fcren<\/em><\/strong><br \/>\nColette Soler, Die Paradoxien des Symptoms in der Psychoanalyse, in: \u201eRISS, Zeitschrift f\u00fcr Psychoanalyse. Freud &#8211; Lacan\u201c Nr. 71, Wien 2009, S. 79-98.<br \/>\nGenevi\u00e8ve Morel, Das Symptom, das Phantasma und die Pathologien des Gesetzes, in: \u201eRISS\u201c Nr. 65, Wien 2007, S. 57-92.<br \/>\nGenevi\u00e8ve Morel, Das sexuelle Sinthom, in: <em>RISS <\/em>Nr. 61, Wien 2004, S. 49-73.<br \/>\nDazu die <em>Seminare XXII-XXIV<\/em> (erh\u00e4ltlich im Buchhandel bisher nur<em> Seminar XXIII, Le sinthome<\/em>. Paris: Seuil 2006; die anderen Seminare als Mitschriften, sowie alle drei als private \u00dcbersetzungen von Max Kleiner, sind zu erhalten \u00fcber das \u201eLacan-Archiv\u201c in Bregenz: <a href=\"mailto:LacanArchiv@bregenznet.at\"> LacanArchiv@bregenznet.at<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Sekund\u00e4rliteratur<\/em><\/strong><br \/>\nGenevi\u00e8ve Morel, La loi de la m\u00e8re \u2013 Essai sur le sinthome sexuel, Paris 2008.<br \/>\nLina Balestriere, Jacqueline Godfrind, Jean-Pierre Lebrun, Pierre Malengreau, Ce qui est op\u00e9rant dans la cure \u2013 Des psychanalystes en d\u00e9bat, Ramonville Saint-Agne 2008 \u2013 hier v.a. der Beitrag von Pierre Malengreau, Les pouvoirs de la parole analysante, S. 63-94.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Status des Namens des Vaters hat sich in Lacans Theorie von den fr\u00fchen Sechziger Jahren bis zu seinen letzten Seminaren ver\u00e4ndert. 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