{"id":1074,"date":"2011-02-06T19:40:05","date_gmt":"2011-02-06T19:40:05","guid":{"rendered":"http:\/\/stuzzicadenti.at\/?p=1074"},"modified":"2011-02-06T19:40:05","modified_gmt":"2011-02-06T19:40:05","slug":"hinter-den-schadeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kadi.philo.at\/index.php\/2011\/02\/06\/hinter-den-schadeln\/","title":{"rendered":"Hinter den Sch\u00e4deln"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/kadicorps.philo.at\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/JuergenssenTotenschaedel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1075\" title=\"JuergenssenTotenschaedel\" src=\"http:\/\/kadicorps.philo.at\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/JuergenssenTotenschaedel.jpg\" alt=\"\" width=\"290\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einer phallisch strukturierten Kultur ist die Tendenz eingeschrieben, sich am Sichtbaren zu orientieren. Jedenfalls ist der Gedanke, dass sich ein Phallus deshalb besonders eignen w\u00fcrde, An- und Abwesenheit zu symbolisieren, weil dies mit seinen unterschiedlichen Funktionszust\u00e4nden leicht(er) m\u00f6glich w\u00e4re, mit dem Blick und den M\u00f6glichkeiten des Auges verkn\u00fcpft. Passend dazu finden sich in der Theorie stereotype Annahmen dar\u00fcber, dass die Frau als solche vor allem dem Unsichtbaren zuzuordnen w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anne Juranville stellt in einem <a href=\"http:\/\/www.cairn.info\/revue-adolescence-2004-3-page-523.htm\">Text<\/a> (Juranville 2004, Dank an Suzy Kirsch f\u00fcr den Hinweis auf diese Arbeit) mit Bezugnahme unter anderem auf Nietzsche (&#8222;Die Wahrheit ist ein Weib&#8220;), Baudrillard (&#8222;Das Weibliche verf\u00fchrt, weil es niemals dort ist, wo es denkt&#8220;) oder auch Derrida dar, dass sich das Weibliche\u00a0 in besonderer Weise durch Verschleierung auszeichnet.\u00a0 An solchen \u00dcberlegungen scheint mir vor allem der Stil fragw\u00fcrdig. Selbst wenn im Hintergrund ein strukturalistisches Verst\u00e4ndnis von Weiblichkeit und M\u00e4nnlichkeit eine essentialistische Zuschreibung f\u00fcr die einzelne Frau zu unterwandern versucht, bleibt die fixierende Verbindung zwischen dem weiblichen (oder in anderen Zusammenh\u00e4ngen m\u00e4nnlichen) Geschlecht und bestimmten Eigenschaften im Ged\u00e4chtnis haften. F\u00fcr den Boulevard werden richtige M\u00e4nner und starke Frauen produziert. Oder muede Helden und schwache Seelen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zeichnerin und Photographin Birgit J\u00fcrgenssen ist, wiewohl sie mit der Verschleierung gearbeitet hat,\u00a0 einen anderen Weg gegangen. Sie hat Fort und Da auf ihre eigene Weise in Szene gesetzt. Dem Animalischen kommt dabei eine spezielle identifikatorische, aber auch subversive Funktion zu. Es ist, als leuchte immer wieder ein Feldhamsterfell auf. Neue Bedeutungen jenseits bekannter Stereotypen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Birgit J\u00fcrgenssen ist derzeit in Wien eine <a href=\"http:\/\/www.castyourart.com\/2010\/12\/20\/birgit-jurgenssen-kunstforum-sammlung-verbund\/\">Retrospektive<\/a> gewidmet. (Die beiden Bilder dieses Eintrags sind dort zu sehen.)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/kadicorps.philo.at\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/JuergensenFeldhamster.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1076\" title=\"JuergensenFeldhamster\" src=\"http:\/\/kadicorps.philo.at\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/JuergensenFeldhamster.jpg\" alt=\"\" width=\"333\" height=\"430\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Lit.:<\/em><br \/>\nJuranville, Anne (2004): Voile, f\u00e9minin et inconscient, in: Adolescence, 2004, 22, 523-532.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einer phallisch strukturierten Kultur ist die Tendenz eingeschrieben, sich am Sichtbaren zu orientieren. 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